100 Jahre für Frieden und Freiheit - 100 Jahre DSAP

Veröffentlicht am 12.10.2019 in Bundesverband

Industrielle Schuhproduktion 1928 im GEC-Bekleidungswerk – ein Dokumentarfilm

Anlässlich der 100-Jahrfeier in Teplice/Teplitz wurden am Abend des 15. September im Gymnasium Teplice drei Originalfilme aus der Geschichte der DSAP gezeigt. Neben dem Film über das Bundesturnfest des ATUS in Aussig 1930 und der Dokumentation zur 3. Arbeiterolympiade in Prag bekamen die Gäste einen Werbefilm der GEC Schuhfabrik Böhmisch Kamnitz/Česká Kamenice zusehen. Sie war ein genossenschaftlicher Produktionsbetrieb und gehörte  zum  genossenschaftlichen Großeinkaufs- und Produktionsverband (GEC) der vereinigten Konsumvereine der sudetendeutschen sozialdemokratischen Arbeiterbewegung .

 

Böhmisch Kamnitz/Česká Kamenice ist heute eine Stadt im Bezirk Děčín/Tetschen im Aussiger Kreis. Die Stadt liegt nicht nur in einer idyllischen Gegend, sondern gleich in dreien: Das Zittauer Gebirge, das Elbsandsteingebirge und das Böhmische Mittelgebirge bilden an der Stadt ein Drei-Gebirge-Eck, das heute viele bekannte Ausflugsziele bereithält, so landesECHO.cz in einem Bericht am 08. Oktober 2019 .

 

Im 19. Jahrhundert begann die Industrialisierung der Stadt. Dem Bau einer Papierfabrik in Ober-Kamnitz im Jahr 1834 folgten weitere Webereien, Spinnereien, Maschinenfabriken, Eisengießereien, Glasraffinerien und eine Möbel- sowie Strickwarenfabrik. Die 1869 eröffnete Eisenbahnstrecke der Böhmischen Nordbahn von Bodenbach nach Warnsdorf förderte den Aufschwung.

 

Die Eigenproduktion war das Rückgrat der genossenschaftlichen Wirtschaft

Eine Säule der sudetendeutschen sozialdemokratischen Arbeiterbewegung waren die im genossenschaftlichen Großeinkaufs- und Produktionsverband (GEC) vereinigten Konsumvereine. Eine stattliche Reihe von eigenen Produktionsbetrieben „ist schon imstande, in manchem Produktionszweige den Preisdiktaten der Kartelle eine Schranke zu setzen“ (Bericht 1938). Dazu gehörten: Neratowitz (Lebensmittel: Obstverwertung, Kaffee, Kanditen und Schokolade, Suppen, Senf, Fischkonserven, Essig); Herbitz (Mehl und Backwaren: Roggenmühle, Teig- und Süßbackwaren); Bodenbach (Chemieprodukte, Getränke: Wein- und Spirituosen, alkoholfreie Getränke, Gewürze, chem. Fabrik); Znaim (Konserven, Wein), Bärringen (Wäschefabrik) sowie Böhmisch-Kamnitz (Schuhe, Gummiwaren, Textilien)

Dr. Thomas Oellermann entdeckte in der Sammlung des National Film Archive einen fast 20-minütigen Dokumentarfilm aus dem Jahr 1928, der die Herstellung von Schuhen vom rohen Leder bis zum fertigen Produkt in der der ehemaligen "GEC Schuhfabrik Böhmisch Kamnitz" zeigt. Im Film sind einige einzigartige Aufnahmen zu sehen: zum Beispiel ein Blick auf die Stadt und die umgebende Landschaft von der Terrasse des Altenheims und auf die Neue Gasse. Vor allem aber der Herstellungsprozess von Schuhen in der Pražská-Straße, der ehemaligen "GEC Schuhfabrik Böhmisch Kamnitz".

Der Film ist im Original auch auf facebook zu finden.

 

Zur Geschichte:

1919 wurde Kamenice der Tschechoslowakei zugewiesen. 1921 hatte der Ort 4539 Einwohner, davon 4.295 (95 %) Deutsche. Nach dem Münchner Abkommen fiel Böhmisch Kamnitz von 1938 bis 1945 dem Reichsgau Sudetenland zu. Bis 1945 war Böhmisch Kamnitz überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die dann vertrieben wurden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden unter dem Decknamen Zechstein auf der Johnsbacher Flur Stollen in die Sandsteinfelsen vorgetrieben. Sowohl in der alten Spinnerei als auch in unterirdischen Räumen in den Felsen nahm die Weser-Flugzeugbau GmbH (WFG) aus Bremen ihre Produktion von Zubehör für die Junkers-Sturzkampfflugzeuge (Stuka) auf, die aus Bremen ausgelagert worden war. Hierzu wurde von Ende August 1944 bis 8. Mai 1945 das KZ-Außenlager Rabstein (KZ-Flossenbürg) betrieben, dessen 650 Häftlinge Zwangsarbeit verrichten mussten.

 

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